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Hotels und Gaststätten

Im Gastgewerbe gibt es einen hohen Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen, die in der Region verwurzelt sind. Zahlreiche Betriebe finden jedoch selbst in guten Lagen mittlerweile keinen Nachfolger. Zwar ist die Branche aufgrund von Marktsättigung und Überangebot von einem immer härteren Wettbewerb gekennzeichnet, dennoch bieten die aktuellen Trends auch Chancen für innovative Konzepte mit klarer Profilierung und zielgruppenspezifischen Angeboten – beispielsweise in den Bereichen gesunde Ernährung, Wellness oder Aktivurlaub. Für die Übernahme eines bestehenden Gastgewerbebetriebes im Rahmen einer Unternehmensnachfolge spielen die Finanzierung, rechtliche Aspekte sowie die Suche und Auswahl eines geeigneten Standortes eine besondere Bedeutung. 

Finanzen: Pacht kann sinnvolle Übergangslösung sein

Während in den letzten Jahren die Umsätze und Erträge im Gastgewerbe stagnieren, steigen gleichzeitig die Betriebskosten kontinuierlich. Nicht nur die Stimmung in der Branche ist von Unsicherheit und Zurückhaltung geprägt, auch werden die Wachstumsaussichten tendenziell als gering eingeschätzt. 

Darüber hinaus wird die Branche von der allgemeinen Wirtschaftslage besonders stark beeinflusst. Aus Sicht der Banken besteht in der Branche ein überdurchschnittlich hohes Risiko, so dass viele Unternehmen aufgrund eines schlechten Ratings infolge von Basel II enorme Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Fremdkapital haben. Auch die insbesondere in der Gastronomie verbreitete Finanzierung durch Brauereien wird schwieriger werden. Für Nachfolger im Gastgewerbe bedeutet dies, dass für die Übernahme eines Betriebes mehr Eigenkapital zur Verfügung stehen muss. Vor diesem Hintergrund kann sowohl für den Übergeber als auch den Nachfolger die Pacht eine interessante Übergangslösung darstellen. Während die Gastronomie bereits einen wesentlich höheren Anteil von Pachtbetrieben aufweist, werden die Betriebe in der Hotellerie mehrheitlich im Eigentumsverhältnis geführt. Die Pacht schont im Rahmen der Übernahme die Liquidität und ermöglicht die Erhaltung des Betriebes. Der Nachfolger hat so die Möglichkeit, Rücklagen zu bilden um die Immobilie später zu übernehmen. Die Ermittlung der Pachtzinsen muss sich an der Ertragskraft des Unternehmens orientieren, da der Nachfolger schließlich in der Lage sein muss, diese zu erwirtschaften. In jedem Fall sollten Branchenerfahrungs- und Vergleichswerte in die Überlegungen einbezogen werden.  

Recht: Konzessionsfähigkeit muss überprüft werden

Beim Gaststättengewerbe mit Alkoholausschank handelt es sich um ein erlaubnispflichtiges Gewerbe, bei dem außer der Gewerbeordnung das Gaststättengesetz und die Verordnung über den Betrieb non Gaststätten zum Tragen kommen. Wenn der Nachfolger den Betrieb übernimmt, muss beim zuständigen Ordnungsamt eine neue Konzession beantragt werden.  

Die Konzession wird für den Betrieb und den Nachfolger als Betreiber ausgestellt. Bei der Übernahme eines bestehenden Betriebes kann eine vorläufige Konzession für die Dauer von drei Monaten erteilt werden. Einige Auflagen, beispielsweise bei Brandschutz oder Hygiene, wurden von den Behörden in den letzten Jahren verschärft. Bestehende Betriebe haben für die Umsetzung dieser Auflagen teilweise eine mehrjährige Frist erhalten, so dass der potenzielle Nachfolger überprüfen muss, ob das zu übernehmende Unternehmen alle erforderlichen Auflagen erfüllt oder ob es möglicherweise Versäumnisse gibt, die zusätzliche Kosten verursachen können. Denn bei der Beantragung einer neuen Konzession müssen alle Auflagen erfüllt werden. In jedem Fall sollte sich der Nachfolger vor der Übernahme mit dem Ordnungsamt und der Brandschutzbehörde abstimmen und gegebenenfalls einen externen Sachverständigen hinzuziehen. 

Suche und Auswahl: Potenzial der Region berücksichtigen

Der Standort des zu übernehmenden Betriebes ist für die Unternehmensnachfolge im Gastgewerbe in mehrfacher Hinsicht von zentraler Bedeutung. So unterscheiden sich die Rahmenbedingungen für die Übernahme eines Unternehmens in einer touristischen Region oder einem attraktiven Standort in einer großen Stadt deutlich von der Nachfolge im ländlich geprägten Raum. 

Nicht nur die touristische Nachfrage, auch das Einwohnerpotenzial und Kaufkraftniveau im unmittelbaren Umfeld müssen bei der Geschäftsplanung berücksichtigt werden. In Sachsen muss in fasst allen Regionen mit Ausnahme der Ballungszentren Dresden und Leipzig mit einem Rückgang der Bevölkerung gerechnet werden. Dies stellt eine Belastung für das Gastgewerbe dar, von der insbesondere weniger touristische Regionen betroffen sind. Wie bei einer Neugründung sollte auch bei einer Übernahme ein durchdachtes Konzept mit einer klaren Positionierung erarbeitet werden. Dieses bildet die Grundlage für die Suche und Auswahl eines geeigneten Standortes. 

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