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Unerwartete Nachfolgesituation mit Bravour gemeistert

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(© SMWA)

„Unser Geschäft befindet sich nunmehr in sechster Familiengeneration und ist damit die älteste Drogerie Deutschlands, die sich im Besitz einer Familie befindet“, stellt Matthias Junghanß (44) seinen Betrieb vor. Sein Urururgroßvater gründete die Drogerie am Nossener Markt bereits im Jahr 1809. Der kleine Familienbetrieb besteht nicht nur aus einer Drogerie, sondern umfasst auch ein Fotogeschäft.

Für Matthias Junghanß kam die Nachfolge des seit fast 200 Jahren bestehen Unternehmens unerwartet früh. „Die Übergabe des Geschäfts hat unter ungünstigen Bedingungen stattgefunden, nachdem mein Vater plötzlich verstorben war. Er hatte bis ins hohe Alter hinein gearbeitet. „Zum Glück bin ich damals gerade mit dem Wehrdienst fertig gewesen. Ansonsten wäre die Situation sicher problematisch geworden.“ Matthias Junghanß hat schon im elterlichen Betrieb seine Ausbildung zum Fotografen absolviert und im Anschluss daran die Meisterschule besucht. Die Nachfolgeplanung hat sich von Beginn an auf den Kreis der Familie konzentriert. So konnten viele der Risiken, die im Zuge einer unerwartet notwendig werdenden Nachfolge auftreten, kompensiert werden.

Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist, dass ein Geschäft zum Zeitpunkt der Übergabe in einem zukunftsfähigen Zustand ist. Oft unterbleiben in den letzten Jahren vor Übergabe eigentlich notwendige Investitionen. So auch im Fall der Markt Drogerie Junghanß: „Am schwierigsten waren für uns die ersten Jahre nach der Übernahme, da hier wichtige Investitionen durchgeführt werden mussten.“ Der zunehmende Druck durch Drogeriemarktketten machte nach der Übernahme eine Neuausrichtung des Geschäfts hin zu hochwertigen Produkten notwendig. Heute hat das Ehepaar Junghanß exklusive Kosmetika und Parfümerieprodukte im Sortiment und wendet sich damit neuen Kundenschichten zu. Um die Produkte in einem passenden Ambiente anbieten zu können, wurde die historische Ladeneinrichtung, bestehend aus rund 150 Jahre alten Jugendstilmöbeln, aufwendig restauriert und mit modernen Regalsystemen für die Freiwahl kombiniert. Hierzu musste zunächst einmal kräftig investiert werden: „Alle Möbel, Wände, Decken und Fußböden sind früher pechschwarz gewesen, da wir noch einen Kanonenofen in den Verkaufsräumen stehen hatten. Es hat uns große Anstrengungen gekostet, das Geschäft so attraktiv zu gestalten, wie es heute ist.“

Die langfristige Zukunft des Unternehmens hat die Familie allerdings noch nicht geplant. „Über unsere eigene Nachfolge haben wir uns eigentlich noch keine Gedanken gemacht. Wir würden uns schon freuen, wenn unsere Tochter das Geschäft übernehmen würde, aber das soll sie natürlich selbst entscheiden.“ Mit einer Familientradition wird die Familie Junghanß aber mit Sicherheit brechen müssen, denn das Geschäft wurde bislang stets an den Sohn übergeben.

Interviewpartner: Inhaber Matthias Junghanß

Zahl der Mitarbeiter (Ende 2005): 4 

Kontakt und Informationen

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