1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Familieninterne Nachfolger müssen sich Akzeptanz erst erarbeiten

Foto: Zwei Mitarbeiter im Gespräch

(© SMWA)

Das traditionsreiche Familienunternehmen Strumpfwerke Lindner GmbH wurde 1890 in Hohenstein- Ernstthal gegründet und befindet sich bereits in vierter Generation. Seit dem Jahr 2000 ist Thomas Lindner (35) geschäftsführender Gesellschafter und leitet die Geschicke des Betriebs. Mit individuellen und qualitativ hochwertigen Produkten agiert das Unternehmen erfolgreich in einem Markt, der seit Jahren in einer dramatischen Umbruchphase ist. Seinen Erfolg erklärt der junge Geschäftsführer so: „Die Partner unseres Hauses erwarten von uns ein individuelles Produkt, das sich in Qualität, Design und Produktausstattung wesentlich von vergleichbaren Angeboten unterscheidet. Daher verfolgen wir unser Motto ‚anders als andere‘ mit höchster Konzentration und aller Konsequenz.“

Familieninterne Nachfolgen müssen von langer Hand geplant werden. Diese Planung begann im Falle der Firma Lindner schon, als Thomas Lindner sich entschloss, sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Augsburg aufzunehmen. Parallel zu dieser Ausbildung begann er, praktische Erfahrungen in der Textilbranche zu sammeln. Als er dann in das Unternehmen eintrat, hat er sich nach und nach mit den verschiedenen Aufgaben vertraut gemacht. Dies war nicht nur wichtig, um sich sachlich einzuarbeiten. Gleichzeitig konnten sich auch die Mitarbeiter einen Eindruck von seiner Kompetenz und Arbeitsweise machen: „Einer der wichtigsten Faktoren im Zuge unseres Nachfolgeprozesses war die Erarbeitung der Anerkennung unserer Mitarbeiter. Gerade gegenüber gestandenen Mitarbeitern muss man als Junior seine Fähigkeiten erst unter Beweis stellen und zeigen, dass man zur Führung des Unternehmens in der Lage ist. Und das nicht nur, weil man aus der Familie kommt.“ Die Mitarbeiter akzeptierten schnell den künftigen Nachfolger, da sie vom Junior und Senior gemeinsam in die neue Aufgabenverteilung von Anfang an mit einbezogen wurden. „Wir haben dazu nicht nur auf Geschäftsführungsebene beraten, sondern das ganze Team mit einbezogen.“ Thomas Lindner sammelte so zunächst Erfahrungen in Vertrieb und Produktentwicklung, bevor er direkte Geschäftsführungsaufgaben übernahm. Gerade die Vertriebserfahrungen haben sich später als wichtig erwiesen: „Unsere Branche zeichnet sich dadurch aus, dass wir fast ausschließlich Stammkunden haben, zu denen wir einen engen persönlichen Kontakt pflegen. Da gilt das Gleiche wie bei den Mitarbeitern, denn auch die Kunden müssen sich daran gewöhnen, dass jetzt ein neuer Geschäftspartner da ist.“ Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die mehrjährige gemeinsame Arbeit von Vater und Sohn und die schrittweise Kompetenzübernahme wesentliche Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge bei den Lindner Strumpfwerken waren.

Als problematisch empfanden die Beteiligten im Rahmen des Nachfolgeprozesses finanzielle Belastungen durch die anfallende Schenkungssteuer. „Trotz Ausnutzung von Freibeträgen entstehen uns durch die Schenkungsteuer erhebliche Aufwendungen.“ Durch die frühzeitige Planung des Nachfolgeprozesses ist es aber immerhin gelungen, die gesetzlichen Höchstbeträge weitgehend auszuschöpfen.

Thomas Lindner und sein Vater Andreas Lindner haben die familieninterne Unternehmensnachfolge über mehrere Jahre vorbereitet. Das war entscheidend für den Erfolg einer reibungslosen Unternehmensübergabe. Heute hat die Strumpfwerke Lindner GmbH eine weitere Betriebsstätte in Slowenien und beliefert Kunden in ganz Europa, Japan, der arabischen Halbinsel, Osteuropa und Vorderasien. Neben einer eigenen Kollektion werden Produkte für Kaufhausketten und Gesundheitstrümpfe gefertigt, die unter anderem über einen neuen Online-Vertrieb an den Endverbraucher gebracht werden.

Interviewpartner: Geschäftsführender Gesellschafter Thomas Lindner

Zahl der Mitarbeiter (Ende 2005): 80 

Kontakt und Informationen

Strumpfwerke Lindner GmbH

Marginalspalte

Ansprechpartner

Foto: zwei Puzzleteile

Finden Sie im Freistaat Sachsen den richtigen Ansprechpartner zur Unterstützung Ihrer Unternehmensnachfolge.

 

© Institution