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Mut alleine reicht nicht

Foto: Selbmann Nachfolge

(© SMWA)

Seit November 1977 arbeitet Heinz Selbmann in „seinem“ Betrieb in Erlau-Schweikershain im Landkreis Mittweida. Dabei war der damals 22-Jährige als Werkzeugmacher ein Quereinsteiger in dem Antennenbaubetrieb, der kurz zuvor von seinem Schwager Wolfgang Holtzsch gegründet worden war. Der Gründer hätte gerne noch sein 30-Jähriges Betriebsjubiläum erlebt. Doch dann wurde er mit 58 Jahren aus dem Leben gerissen. Da war guter Rat teuer, wie weiter machen. Doch man verstand sich weiterhin gut. Getraude Holtzsch ist schließlich Selbmanns Schwester. Deshalb fiel den beiden der jüngste Rollentausch nicht schwer: Die ehemalige Chefin und Miteigentümerin ist nun die Sekretärin des neuen Eigentümers. Selbmann kaufte den Betrieb über ein Privatdarlehen von seiner Schwester. Dazu gründete er ein eigenes Privatunternehmen. Da der Name Holtzsch seit 30 Jahren gut eingeführt ist, blieb es bei „Antennenservice Holtzsch“. Den Eigentümer erfährt der Kunde in der Unterzeile.

Vorausgegangen war eine Bewertung durch Dr. Regina Hübsch von der Handwerkskammer Chemnitz, die den Betrieb seit Jahren kennt. „Bei der Handwerkskammer fühle ich mich seit vielen Jahren bestens aufgehoben“, sagt Selbmann. Mit ihrer Hilfe hatte er 1999 bis 2003 den Meister für Informationstechnik erworben, 2004/05 vervollkommnete er seine Fertigkeiten um den Betriebswirt. Selbstverständlich erhielt die Betriebsberaterin Einblick in alle Unterlagen. Die gute fachliche Beratung führte mit dazu, dass Selbmann dann mit 50 Jahren den Betrieb übernahm.

Selbmann ist heute froh über seinen Weg. Denn es geht auch anders. Auf den Rat der Arbeitsagentur machte er u.a eine Existenzgründerberatung mit. Noch heute wundert er sich: „Es ist erstaunlich, mit wie wenig Vorwissen manche Menschen die Selbständigkeit angehen.“ Sein Fazit, nicht nur aus dieser Kurs-Erfahrung: „Mut allein reicht nicht. Ohne ausreichende Qualifizierung hätte ich diesen Schritt nicht gewagt.“ Vor allem die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse hält Selbmann für unverzichtbar, selbst einen Drei-Mann-Betrieb wie seinen zu führen. Neben seiner Schwester beschäftigt er einen Mitarbeiter für die Technik.

Antennenbau war in der DDR gefragt, nicht zuletzt, weil die Kunden West-Fernsehen empfangen wollten. In der ländlichen Gegend bei Mittweida - allein die Gemeinde Erlau besteht aus zahlreichen verstreuten Dörfern und Weilern - wurden in Privatinitiative `zig Kilometer Koaxialkabel verlegt und Antennentürme errichtet. Holtzsch sorgte von Anfang an dafür, dass die Technik funktionierte und modernisierte sie ständig. Heute ist Selbmann Kabelnetzbetreiber für 2.000 Kunden und speist alle Fernsehprogramme ein, die auch per Satellit empfangen werden können, dazu einen lokalen Sender. Wurden die bunten Bilder in der DDR im Frequenzbereich von 47 bis 300 Megahertz übertragen, geht es heute bis 800. Damit kann Selbmann auch das schnelle Internet anbieten. Ohnehin sind neue Geschäftsideen gefragt. Deshalb will Selbmann zusätzlich zum Fernsehreparaturgeschäft seinen PC-Service weiter ausbauen. Einige kleinere Firmennetzwerke hat er bereits installiert. Und dann sind da immer noch die Kabelanlagen, die gewartet sein wollen. Ständig kommen Faxanfragen beispielsweise der Energieversorger herein. Selbmann muss den Baggerführern zeigen, wo die Kabel liegen, damit nicht plötzlich 100 Fernseher nur noch Bildrauschen senden. 

Kontakt und Informationen

Antennenservice Holtzsch Eigentümer Heinz Selbmann

  • SymbolPostanschrift:
    Oberdorf 1
    09306 Erlau
  • SymbolTelefon:
    (+49) (0343) 2 79 34 23

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