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Erfahrung mit Unternehmensnachfolgen

Foto: Opitz Nachfolge

(© SMWA)

Seit dem 8. Januar 1887 ist die ehemalige Bauschlosserei Hermann Opitz, heute Opitz Metallbau GmbH, in Familienbesitz. Geschäftsführer Falk Opitz, 43, hat 2007 in 5. Generation übernommen. Mit seinem Sohn Christian, 23, greift bereits die 6. Generation in das Geschehen ein. Den Übergabeprozess nach dem Ausscheiden des Seniors Werner Opitz steuerte die Familie selbst. Seine Ehefrau Elke arbeitet immer noch stundenweise - Tür an Tür mit Schwiegertochter Manuela.

Familiäres Einverständnis ist das Eine; hieb- und stichfeste Verträge das Andere. Denn an erster Stelle steht Sicherheit; Sicherheit für das Geschaffene vor wirtschaftlichen Unwägbarkeiten und Sicherheit für die Altersversorgung der Vorgängergeneration. Schließlich hatten die stets mitarbeitenden Ehefrauen in der DDR wegen der damals geltenden Vorschriften nicht die Möglichkeit, genügend für ihr Alter zurückzulegen. Wie Elke Opitz ergeht es vielen. Dies alles sind Überlegungen, die Falk Opitz dazu brachten, bereits 2004 eine eigene GmbH zu gründen, um das private und betriebseigene Kapital zu schützen, mit ihm als alleinigem Geschäftsführer. Grund und Boden, verschiedene Maschinen und der Fuhrpark gehören einer GbR, mit den Geschäftsführern Werner und Falk Opitz.

Worauf war noch zu achten? „Gewährleistungsansprüche aus der Vergangenheit und nicht einbringbare Forderungen können einen Betrieb wie unseren gefährden. Da helfen die schönsten Verträge nichts. Deshalb muss so etwas bei der Übergabe offen gelegt werden.“ Die Familie Opitz klärte das alles intern.

Und man sollte offen sein für Neues. Dies hat Seniorchef Werner Opitz bereits so gehalten und fuhr in den 70er Jahren zu Aufbaueinsätzen nach Vietnam. Dass Opitz sich andererseits vor Kleinreparaturen nicht scheute, sorgte für eine Kundenbindung über die Wendezeit hinaus. Sohn Falk ging gleich nach der Wende zum Lernen nach Karlsruhe. Dort merkte er, dass im Westen auch nur mit Wasser gekocht wird. Doch dort lernte er streng kalkulieren. Seitdem ist im Hause Opitz nichts mehr angebrannt. Das Unternehmen besetzte jede sich bietende Marktnische. Da importierte einer Rolltreppen aus dem Billiglohnland Korea - doch wie waren die hier zu montieren? Falk Opitz lernte es schnell. Heute ist er gefragter Einbauer und liefert die ansprechende Verkleidung in Glas oder Edelstahl gleich mit. Dies mündete fast automatisch in anspruchsvolle Innenarchitekturen für Hotelhallen, Bankfilialen oder Bahnhöfen. In fruchtbarer Zusammenarbeit mit Glasern oder Tischlern werden in individueller Einzelanfertigung Banktresen gefertigt, einbruchsichere Briefkästen inklusive. Opitz könnte sich auch als Flugzeug- und Autozulieferer bezeichnen – seine individuellen Montagehilfen stehen bei Airbus ebenso wie bei Volkswagen Sachsen. Dann sind da noch die Dinge, die einfach Spaß machen: So hat Falk Opitz gemeinsam mit Chemnitzer Künstlern schon so manches Innenstadt-Quartier mit haltbarer Kunst aus Metall verschönert.

14 Facharbeiter, Lehrlinge und Praktikanten arbeiten heute in der Werkstatt und auf Baustellen. Auf sie ist Verlass. „Die Hälfte meines Geldes verdiene ich schließlich am Schreibtisch“, sagt Falk Opitz. „Die Baustellen führen die Vorarbeiter in Eigenverantwortung.“ Dass das sächsische Metallhandwerk auch künftig ein goldener Boden bleibt, dafür sorgt Falk Opitz – wie zuvor sein Vater – als Mitglied des Gesellen-Prüfungsausschusses. 

Kontakt und Informationen

Werner & Falk Opitz GbR Metallbau und OPITZ Metallbau GmbH Geschäftsführer Falk Opitz

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Ansprechpartner

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