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Automatisierungstechnik und Maschinenbau Wendisch GmbH & Co. KG

Foto: AMW Nachfolge

(© SMWA)

Etwa zwei Jahre – vom ersten Kennenlernen bis zum Vertragsabschluß – dauerte die Unternehmensübergabe bei AMW Dresden, vormals Wendisch Maschinenbau GmbH & Co KG. Die Gründlichkeit zahlt sich aus: Vorbesitzer Klaus-Peter Wendisch wird sich in diesem Bereich künftig als Berater verdingen. Sein erster Rat: „Als Unternehmer kann man nicht rechtzeitig genug damit anfangen, sich Gedanken über die Nachfolge zu machen.“ Sein Nachfolger Falko Mißbach bestätigt: „Der Faktor Zeit wird schwer unterschätzt. Denn Vieles ist anfangs gar nicht zu erkennen.“ Der Teufel steckt im Detail: „Zwei Monate feilten wir allein am Übergabevertrag.“ Wendisch ergänzt: „Das Team ist nicht zu vergessen.“ Er ist dieser zupackende Unternehmertyp, von dem die Mannschaft glaubt, er würde das Ruder niemals aus der Hand geben. Lähmung ist das Ergebnis, wenn er es dann plötzlich doch tut.

Der heute 46-Jährige Mißbach baute seit Anfang der 90er Jahre als Geschäftsführer die Ostrepräsentanz eines Elektroanlagen-Unternehmens mit zuletzt 90 Mitarbeitern auf. Nach 16 Jahren suchte er die Herausforderung zum Aufbau eines eigenen Unternehmens. In der Change-Chance-Datenbank für Unternehmensnachfolgen ließ er sich als Kaufinteressent eintragen. Wendisch wiederum las regelmäßig die entsprechenden Rubriken. So kamen sie zusammen.

Der 65-Jährige Wendisch übernahm die Firma 1981 von seinem Schwiegervater, der ihn 1954 gekauft hatte. Von Anfang an wurden hier mit etwa zehn Mann Sondermaschinen für den Kunststoffspritzguss für die großen Kombinate entwickelt und gebaut. In der DDR war der Privatbetrieb Monopolist mit durchschnittlich drei Jahren Auftragsvorlauf. Zur Währungsunion am 1. Juni 1990 war das Auftragsbuch plötzlich leer. Der Elektroingenieur, Funkamateur und inzwischen erfahrene Sondermaschinenbauer Wendisch diversifizierte und setzte auf Elektro- und Automatisierungs- sowie Funktechnik. Eine Spezialität seit 1991 ist das Instandsetzen von Wendeplattenwerkzeugen. „Wir übernahmen den Schrott unserer Kunden und machten etwas Neues draus. Die sparten sich damit bis zu 60 Prozent gegenüber einem Neukauf“, erzählt Wendisch. So eroberte er den Markt in Sachsen und in den angrenzenden Bundesländern. Ein Kunde, der Kieswerke mit Fördertechnik ausrüstet, ließ Wendisch zum Automatisierungsspezialisten für Fördertechnik in halb Europa werden. Der Betrieb wuchs auf 20 Mitarbeiter und war zuletzt nahezu schuldenfrei.

Wendisch diversifizierte, setzte auf Elektro- und Automatisierungs- sowie auf Funktechnik. Was heute unter dem Stichwort „Retrofitting“ aktuell ist, macht Wendisch bereits seit 1991 – das Instandsetzen sogenannter Wendeplattenwerkzeuge, später ergänzt um den Service des Scharfschleifens. „Wir übernahmen den Schrott unserer Kunden und machten etwas Neues draus. Die sparten sich damit bis zu 60 Prozent gegenüber einem Neukauf“, erzählt Wendisch. So eroberte er den Markt in Sachsen und in den angrenzenden Bundesländern. Ein Kunde, der Kieswerke mit Fördertechnik ausrüstet, ließ Wendisch zum Automatisierungsspezialisten für Fördertechnik in halb Europa werden. Der Betrieb wuchs auf 20 Mitarbeiter und war zuletzt nahezu schuldenfrei.

So übernahm ihn Mißbach 2007 - ohne nennenswertes Eigenkapital. Seine Hausbank traute ihm die Herausforderung zu. Die Handwerkskammer ermittelte den Unternehmenswert. Die Finanzierung wurde ein kompliziertes Konstrukt aus allem, was Gründer heute in Deutschland an Krediten gewährt wird. Die Mittelständische Beteiligungs-Gesellschaft ist still beteiligt, die Sparkasse Meißen ist Kreditgeber. In fünf Jahren will Mißbach auf eine „vernünftige“ Eigenkapitalquote von 30 bis 40 Prozent kommen. Und für den Fall, dass die See etwas rauer wird, bleibt – das ist vertraglich vereinbart – der bisherige Kapitän Klaus-Peter Wendisch noch einige Monate als Lotse neben dem neuen Eigner Falko Mißbach auf der AMW-Brücke. 

AMW Dresden

Falko Mißbach (Geschäftsführer)

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