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Nicht warten, sondern starten

Praxisschild

(© SMWA)

Rückblickend gibt Dr. Burkhard Flamann den Ratschlag „Nicht warten, sondern starten“. Zugleich empfiehlt er aber auch, die eigene Motivation zur Selbstständigkeit im Vorfeld der Übernahme einer Arztpraxis genau abzuwägen. Auf der einen Seite bietet eine eigene Praxis die Aussicht auf eine größere Freiheit sowie ein höheres Einkommen. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, die Öffnungszeiten und damit die eigenen Arbeitszeiten weitgehend selbst festzulegen. Auf der anderen Seite ist die Übernahme einer Praxis aber auch mit mehr Bürokratie, mehr Arbeit und einem höheren Risiko verbunden als ein Angestelltenverhältnis.

Burkhard Flamann startete seine Ausbildung im Norden Deutschlands und sammelte dort auch seine ersten beruflichen Erfahrungen. Danach zog es ihn aber wieder in seine alte Heimat Sachsen, ein Bundesland, von dem er sagt, dass es überdurchschnittlich gute Möglichkeiten für Ärzte bietet sich niederzulassen. Er suchte dabei eine allgemeinmedizinische Praxis über die kassenärztliche Vereinigung. Nach mehreren Gesprächen fand er schließlich eine passende Praxis in Freiberg. Die Übergeberin hatte diese 1992 eröffnet und beabsichtigte, sie nun nach einer bereits zuvor gescheiterten Nachfolgeregelung im zweiten Versuch zu übergeben. Zwischen Übergeberin und Nachfolger entwickelte sich sehr schnell ein gutes Verhältnis. Auf dieser Basis konnte dann auch die Praxisübertragung schnell vollzogen werden. Zunächst mussten sich beide auf einen Kaufpreis einigen. Dieser ergab sich wie bei der Ärztekammermethode aus zwei Bestandteilen: dem Substanzwert des Inventars sowie dem immateriellen Wert der Patientenkartei. Die Bewertung der einzelnen Bestandteile erfolgte aufgrund des großen Angebots an sächsischen Arztpraxen jedoch nicht nach der Kammermethode. Dadurch lag der letztendlich ermittelte Wert weit unter dem Wert, der sich nach der Ärztekammermethode ergeben hätte. Als Vorteil für Dr. Flamann erwies es sich in diesem Zusammenhang auch, dass die Praxisräume weiterhin im Eigentum der Übergeberin blieben und in Folge der Praxisübertragung an den Nachfolger vermietet wurden. Die letztendliche Übernahme der Praxis wurde schließlich durch eine sehr kurze Einarbeitung des Nachfolgers eingeläutet. Der Nachfolger hospitierte lediglich 14 Tage in der Praxis, bevor er die alleinige Verantwortung übernahm. „Dadurch wollten wir gezielt den typischen Konflikten zwischen Übergebern und Nachfolgern aus dem Wege gehen“ sagt Dr. Flamann und betont zugleich, wie wichtig es dabei war, sich auf erfahrene Arzthelferinnen verlassen zu können. Diese kannten einerseits die Patienten und halfen zugleich sehr, die administrativen Hürden der Praxisführung zu überwinden. Auf diese Weise konnten letztendlich rund 90 Prozent der Patienten gehalten werden. Zudem war es dadurch und durch die frühzeitige Einbeziehung eines Steuerberaters möglich, das nach einer rein medizinischen Ausbildung bestehende Defizit an administrativen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen auszugleichen.

Herr Dr. Flamann hat sich mittlerweile in seiner Praxis eingelebt und blickt zufrieden zurück auf die eigene Entscheidung zur Übernahme. Auch das Verhältnis zur Übergeberin ist nach wie vor gut. Beide sprechen sich immer noch regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen. Zugleich blickt Herr Dr. Flamann motiviert nach vorne. So beabsichtigt er, seine Praxis in Zukunft in Richtung Chirotherapie und Sportmedizin weiterzuentwickeln, um auch vermehrt jüngere Patienten anzusprechen.

Interviewpartner: Dr. med. Burkhard Flamann

Zahl der Mitarbeiter (Stand 2010): 2 

Kontakt und Informationen

Allgemeinarztpraxis Dr. med. Burkhard Flamann

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