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Steuerliche Aspekte des Verkaufs

Bei der entgeltlichen Übertragung eines Unternehmens oder von Teilen eines Unternehmens in der Form eines Verkaufs fallen in der Regel Ertragsteuern und Grunderwerbsteuer an. 

Ertragsteuern als Teil der Gesamtbesteuerung

Für den ausscheidenden Unternehmer besteht unter ertragsteuerlichen Gesichtspunkten eine große Gefahr darin, dass im Rahmen der Nachfolge im Unternehmen vorhandene so genannte „stille Reserven“ aufgedeckt und damit als Veräußerungsgewinn versteuert werden müssen. Vereinfacht ausgedrückt sind „stille Reserven“ die Differenz zwischen dem tatsächlichen Wert eines Unternehmens und dessen Buchwert. Die Ermittlung und die ertragsteuerliche Behandlung von Veräußerungsgewinnen unterscheidet sich dabei, je nachdem ob es sich bei dem Unternehmen um ein Einzelunternehmen bzw. eine Personengesellschaft oder um eine Kapitalgesellschaft handelt.

Der ertragsteuerlich relevante Gewinn aus der Veräußerung eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft ergibt sich in erster Linie aus der Differenz von Verkaufserlös auf der einen Seite sowie Buchwert des Eigenkapitals des Unternehmens und Veräußerungskosten auf der anderen Seite. Sofern der ausscheidende Unternehmer älter als 55 Jahre ist oder dauernd berufsunfähig, kann einmal im Leben ein Freibetrag und ein ermäßigter Steuersatz in Anspruch genommen werden. Mit Hilfe des Freibetrages kann der Veräußerungsgewinn um bis zu 45.000 Euro vermindert werden, wobei sich der Freibetrag um den Betrag vermindert, um den der Veräußerungsgewinn den Betrag von 136.000 Euro übersteigt. Der ermäßigte Steuersatz beträgt 56 Prozent des durchschnittlichen Steuersatzes auf das gesamte Einkommen, mindestens aber 15 Prozent. Voraussetzung ist, dass der Veräußerungsgewinn nicht mehr als 5 Millionen Euro beträgt.

Verkaufserlös
+ Wert zurückbehaltener Wirtschaftsgüter
- Veräußerungskosten
- Buchwert der veräußerten Wirtschaftsgüter
+ Wert übertragener Schulden
= Veräußerungsgewinn

Tabelle 5: Veräußerungsgewinn bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften

Der Gewinn aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften ist die Differenz aus Verkaufserlös sowie Anschaffungskosten und den mit der Veräußerung einhergehenden Kosten. Bei der Versteuerung dieses Gewinns gilt das so genannte „Teileinkünfteverfahren“. Danach sind steuerpflichtige Veräußerungsgewinne von Kapitalbeteiligungen grundsätzlich zu 40 Prozent steuerbefreit. Gleichzeitig sind aber auch alle Aufwendungen, die in diesem Zusammenhang geltend gemacht werden, nur zu 60 Prozent abzugsfähig. Zudem bestehen bei der Veräußerung von Kapitalgesellschaften geringe Freibeträge. Ist hingegen der veräußernde Gesellschafter eine Kapitalgesellschaft, ist der Veräußerungsgewinn steuerbefreit.

Verkaufserlös
- Veräußerungskosten
- Annschaffungskosten der veräußerten Anteile
= Veräußerungsgewinn

Tabelle 6: Veräußerungsgewinn bei Kapitalgesellschaften

Der Erwerber eines Einzelunternehmens oder eines Anteils an einer Personengesellschaft kann im Anschluss an die Nachfolge den Kaufpreis grundsätzlich steuerlich geltend machen. So können zum Beispiel unter bestimmten Bedingungen Gebäude abgeschrieben und bei Fremdfinanzierung des Kaufpreises die Zinsen steuerlich geltend gemacht werden. 

Grunderwerbsteuer als Teil der Gesamtbesteuerung

Falls das zu übertragende Unternehmen inländischen Grundbesitz hat, kann neben etwaigen Ertragsteuern Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent des Kaufpreises anfallen.